„Strandbad Paffenwoog“ oder einfach „de Badeweier“... für viele nach 1990 geborenen oder erst dann „zugezogenen“ Erfenbacher ist der Name vermutlich kein Begriff mehr. Deshalb hier ein kurzer Abriss mit einige Daten und Fotos zu diesem leider nicht mehr vorhandenen wunderschönen Freibad.











In mühevoller Handarbeit wurde das Becken ausgehoben und der Abraum auf extra verlegten Gleisen mit Loren, gezogen von Pferden, weggebracht. (1936)

Dammbruch (1937)

Schaden durch die Überflutung, hier am Haus Ecke Kapellenhof/Hauptstraße (1937)

Ein neuer Damm ist errichtet (1937)

Der Badebetrieb wurde aufgenommen, links im Bild Bademeister Alfred Jörg (1937)

1951: es gibt auch ein Sprungbrett... „Kettenspringen“...

Aufnahme von 1958, rechts oben im Bild die Holzumkleidekabinen

Bademeister Alfred Jörg, wie jeder ihn kannte und mochte... Er hat unzähligen Generationen das Schwimmen beigebracht und das alles unentgeltlich...

1959: zu Reinigungsarbeiten abgelassener Badweiher

...da war es noch reine Natur mit Wasserpflanzen, Fröschen... kein Chlor...aber dafür gab´s halt auch Blutegel ;-)

Ausbau des Schwimmbad 1971

...fein herausgeputzt zum fünfzigsten...

April 1990 die Badesaison stand bevor...

...das Wasser wurde nochmal eingelassen...geöffnet wurde nicht mehr......nie mehr....

...ein Symbol sagt alles...

Aufnahme von 1988, die Idylle trügt...

...leeres Becken November 1991...der Verfall beginnt...

...die Wut über die Schließung wird abreagiert... Toiletten, Umkleiden und Verkaufsraum (1992)

Becken 10/1992

...die Natur erobert zurück (1997)

1998 leeres Gebäude... Graffiti als Botschaft...

...Rost setzt sein unerbittliches Werk fort...

...die heimtückische Verunreinigung zeigt sich...

2000: Der Rückbau beginnt

Das Becken ist weg...

Die ausgebaute Reinigungs- und Umwälzanlage wird zerlegt

Hier war mal das Eingangsgebäude

...die Grube wird verfüllt...

...ein letzter Winter mit vollgelaufener Grube...

...der Traum ist endgültig vorbei...

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Pack die Badehose ein und nix wie raus zum Badeweier... ;-)

Über Wald-und Wiesenpfade zum Badeweiher

von Otto Ebling


Im Jahre 1937 wohnten wir zu Miete im Haus Nr.1 in der Hirschdell bei Familie Merkel.

In dieser Zeit standen in der Hirschdell nur 2 Häuser, von Familie Lackmann und Familie Merkel.

Dahinter begannen die Felder und die Hirschwiesen, in denen die Hirschquelle sprudelte, die auch heutzutage noch Wasser führt, aber an die Kanalisation angeschlossen ist.

Von Merkels aus ging es auf einem mit Kopfsteinen gepflasterten Feldweg steil hinauf in Richtung Sauerberg. Der Weg trennt die Gewannen Kohlenberg links und Sauerberg rechts.

Ein steiler Pfad, der heute zugewachsen ist, führte durch den Wald bis zu einem Querweg, der von Invaliden hergerichtet wurde. In Erfenbach wird es das „Invalidenpädchen“ genannt.

Unten angekommen, traf man auf einen Holzabfuhrweg, der entlang des Badeweihers führte. Man querte den Waldweg und stand am Tor des Schwimmbads, dass damals noch fast im Wald lag. Lediglich eine Fläche war für den eigentlichen Weiher gerodet worden. Kein Erfenbacher sagte in dieser Zeit „wir gehen an den Pfaffenwoog“, es war ganz einfach „De Badeweiher“.

Im Wasser sah man damals noch vereinzelt die Baumstümpfe, denn auf der linken Seite ragte der Wald noch an den Uferrand heran und rechts standen alte Birkenbäume und mannshohes Gebüsch. Das hatte aber wiederum den Nachteil, dass bei einem Sturm auch mal ein Baum über dem Waldweg lag und die Äste in die Anlage ragten. Ein Vorteil war, dass die größeren Buben diese Stämme entasteten und auf das Wasser zogen, wo sie dann 3 bis 4 Stämme zusammenbanden und als langes Floß nutzten. Ging man über den Weiherdamm, kam man zu einer kleinen Hütte, die gleichzeitig als Umkleidekabine diente und auch als Toilette die daran angebaut war. Jahre später wurde die ganze Anlage vergrößert und neu gestaltet.


Erinnern kann ich mich noch an einen Kahn, der von Alfred Jörg gesteuert, auch Badegäste über den Weiher paddelte. Das Wasser, dass den Badeweiher speiste, kam vom Erfenbach, der durch den Weiher floß. Sehr kalt, aber auch sauber und trinkbar war das Wasser vom Bach. Alfreg Jörg hatte dafür gesorgt, dass man in einem kleinen Becken das Wasser sammelte und man mit den Händen  daraus trinken konnte. Der Weiher hatte damals noch nicht die Größe und Tiefe wie Jahre später. In südlicher Richtung war er schmaler und das Wasser nur etwa knietief.

Da ich mit meinen Eltern abends oder am Wochenende dort war, durfte ich, an der Hand meines Vaters, am Einlauf des Erfenbachs immer quer durch das Wasser laufen, das mir dann bis zur Brust

reichte. Mein Vater konnte gut schwimmen und meine Mutter saß mit mir am Ufer und wir schauten zu. Viele Erfenbacher konnten in dieser Zeit nicht schwimmen und es waren immer nur wenige im Wasser. Aber der Badeweiher war ein beliebter Treffpunkt für die Erfenbacher und so war die Anlage immer gut besucht.

Hinter dem Badeweiher waren kleine Becken für eine Fischzucht angelegt und wenn es stark regnete, liefen die Becken über und man fand im Badeweiher kleine Fische.


Alfred Jörg war der Mann für „Alles“, der gute Geist des Schwimmbades. Auf dem Weg zum Badeweiher  hatte er eine Schaufel und Astschere dabei, womit er den Weg und die Stufen säuberte und die Brombeerhecken kurz hielt. Vor dem Einlauf des Erfenbachs zum Weiher lag ein Schilfgürtel, den er mit einigen arbeitslosen Männern stets freischnitt. Er kontrollierte das Wasser auf Sauberkeit und fischte Blätter und Äste ab. An der Umkleidekabine hing er eine Tafel auf, wo er Luft-und Wassertemperatur mit Kreide anschrieb.


Vor allem, und das war ihm eine Herzensangelegenheit, lehrte er die Kinder schwimmen. (aber auch manchen Erwachsenen) Mit einer langen Stange, an deren Ende er eine Seilschlinge befestigt hatte, die die Schwimmschüler umbekamen, sprang er am Ufer entlang und gab die Kommandos wie Arme und Beine zu bewegen waren. Merkte er, dass ein Kind keine Kraft mehr hatte, sprang er mit der Stange ins Wasser und zog damit das Kind an Land.

Es war schön zuzuschauen, wenn er sich auf den Boden legte und Trockenübungen vormachte, dazu rief er immer mehrere Nichtschwimmer zusammen. Das machte er einige Minuten und dann ging es ins Wasser. Er war stets hilfbereit und wenn er merkte, dass Behinderte oder kleine Kinder ins Wasser wollten, half er ihnen dabei und hatte ein wachsames Auge auf sie.

Alfred Jörg war aber auch sehr auf die Sauberkeit des Schwimmbades bedacht. Bemerkte er, dass jemand etwas fallen oder liegen ließ, war er sofort zur Stelle mit den Worten: „Darfst du zu Hause auch, alles fallen und liegen lassen? Hebe es gleich wieder auf“, ermahnte er denjenigen.


Es kam die Zeit, wo man am Badeweiher auch Änderungen vornahm. Die Einfriedung entlang der Straße wurde erweitert und der Eingangsbereich neu gestaltet. Die Steinböschung am Abfluß (Weiherdamm) wurde seitlich etwas erhöht und verbreitert, so dass die Uferböschung nicht mehr unterspült wurde und man die Wassertiefe an der „Schließ“ genauer regulieren konnte. Das alles unter den wachsamen Augen eines Mannes, der nur für den Badeweiher da war.


Im Jahre 1938 zogen wir von der Hirschdell 1 auf den Kirchberg, in das Haus „Am Berg 5“,

das etwa 90 Meter höher lag, als die damalige Ludwigstraße und nur über einen Treppenweg und Pfad erreichbar war.

Von dort aus mußten wir uns überlegen, wie wir auf kürzestem Weg zum Badeweiher kamen.

Wir fanden einen kurzen Weg, indem wir zur Dammstraße (heute Kindergartenstraße) gingen, wo das Wasser der Hirschquelle und vom Wasserhaus, das auch die kleine „Weschbach“ beim „Guts Adam“ durchfloß, in der Dammstraße offen die Straße querte. Es entstand eine kleine Furt, und nahe des Hauses Müller/Mangold war ein aus einer Sandsteinplatte bestehender Übergang errichtet worden. Weiter ging es zum Schulgarten und über Äcker und Wiesen bis zum Garten der Familie Motz und steil hinab zum Waldweg am Badeweiher.

Vor- und einige Zeit während des Krieges war ausser dem Kahn noch ein rechteckiges Floß auf dem Wasser, dass man hin und her ziehen konnte. Ich wollte doch auch Schwimmen lernen, um sicher auf dieses Floß zu gelangen. Leider wurde es mir von meiner Mutter untersagt. Aber ich hatte eine Ausrede, um doch an den Badeweiher zu dürfen und sagte: Ich gehe nur an den Badeweiher um mich mit meinen Schulkameraden zu treffen oder fahre mit dem Kahn mit. Das war dann so in Ordnung und ich durfte dort hin.


Es war schon in den ersten Kriegstagen als Werner Motz und Karl Neurohr das Floß ans Ufer zogen, ich darauf  kletterte und sie es wieder ins Wasser zogen, nicht ahnend, dass ich nicht schwimmen konnte. Mit meinen nassen Füssen rutschte ich auf dem Floß aus und lag im Wasser. Die beiden bemerkten dann zum Glück sofort, dass ich nicht schwimmen konnte, sprangen mir nach und halfen mir wieder auf das Floß. Bei mir war der Schreck so groß, daß ich mich nicht mehr ins Wasser traute, so das ich von dieser Zeit an nicht mehr zum Schwimmbad ging. Erst als Erwachsener lernte ich zuerst quer über den  Weiher zu tauchen, dann später auch das Schwimmen.


Auch im Winter war der Badeweiher für uns Buben ein Treffpunkt. Im Herbst wurde ein Teil des Wassers zur Reinigung des Weihers abgelassen, so dass im oberen Teil nur noch eine Wassertiefe von ca. fünfzig Zentimeter vorhanden war. In den Jahren 1940 bis 1943 waren es kalte und schneereiche Winter. Es bildete sich eine dicke Eisschicht, die lange  hielt und sehr tragfähig war. Man konnte dann darauf Eishockey spielen.Wir schnitten uns mit unseren Taschenmessern, welches fast jeder Junge hatte, krumm gewachsene Weidenstöcke, schälten diese und legten sie in der Nähe des Küchenherdes zum Trocknen. War das Wetter gut, ging es, wenn wir nicht zu Hause helfen mussten, nachmittags an den Badeweiher. Dort fanden sich oftmals so viele Buben ein, dass man zwei Mannschaften bilden konnte. Die meisten Familien hatten keine finanzielle Mittel um Schlittschuhe zu kaufen und so spielten wir in unseren Schuhen, die wir jeden Tag an hatten.Als Puck diente eine kleine Holzscheibe, die man aus einem Stamm oder Ast herausschnitt.Oftmals fand das Spiel erst dann ein Ende, wenn die Scheibe auf Nimmerwiedersehen im eisfreien Abfluß des Weihers verschwand.


Nach einem Fliegerangriff auf Erfenbach und als dann die Franzonen da waren, war der Badeweiher für längere Zeit gesperrt, denn man vermutete, dass Munition oder Bomben auf dem Grund des Weiher liegen könnte. Zudem waren die Gebäude stark beschädigt. Schade für die Erfenbacher, denn es waren verlorene Jahre, die man nicht zum Schwimmen nutzen konnte. Es bleiben aber viele Erinnerungen an meine Jugendzeit.



De Badeweiher“ ...eine Hommage

von Helge Ebling


Es war im Sommer 1966, ich war fünf Jahre alt und mein Vater fand, dass es an der Zeit wäre, dass ich schwimmen lernen sollte. Durch Spaziergänge mit meinen Eltern kannte ich ihn schon... den „Badeweiher“, nun sollte ich aber persönlich Bekanntschaft mit dem „nassen Element“ machen. An einem schönen warmen Wochenende ging es also zum „Strandbad Pfaffenwoog“, wie der Badeweiher offiziell hieß. Es herrschte schon reger Betrieb in und um den Weiher und ich war aufgeregt, was da auf mich zukommen würde. Schnell waren wir umgezogen und ich stand zögernd vor den Stufen, die in den Nichtschwimmerbereich führten. Die ruhige Art meines Vaters, der schon im, für ihn bauchtiefen Wasser stand und seine aufmunternden Worte lockten mich von meinem sicheren Standort auf dem Trockenen ins Wasser. Die Wassertemperaturen waren schon angenehm warm und es fühlte sich überhaupt nicht schlimm an. Was für meinen Vater Bauchtief war, war für mich, als ich ihn erreichte, schon Halstief und mir wurde dann doch etwas mulmig. Aber den Vater an meiner Seite zu wissen, beruhigte mich sehr. Er zeigte mir die ganz einfachen Schwimmbewegungen beim Brustschwimmen, indem er vor mir ein wenig auf und ab schwamm. Dann war ich an der Reihe... anfangs hielt mich mein Vater mit der Hand unterm Bauch über Wasser, während ich meine ersten, wohl nur annähernd wie schwimmen aussehende Bewegungen machte. Als er spürte, dass ich etwas sicherer wurde, nahm er auch die Hand von meinem Bauch etwas weiter weg... im ersten Moment erschrak ich und hab vermutlich den halben Weiher verschluckt... prustend und Wasser ausspuckend suchte ich wieder die sichere Hand des Vaters. Aber nach einiger Zeit und mit immer mehr Übung wurde ich auch immer sicherer und am ersten Tag gelang es mir schon, mehr schlecht als recht, ein paar Meter schwimmend zurück zu legen. Diesem ersten Tag am „Badeweiher“ sollten dann noch unzählige folgen...

Anfangs ging es mit der Mutter unter der Woche und dem Vater am Wochenende zum Weiher, als die Schule begann, dann nachmittags und in den Ferien. Da war der „Erfebacher“, wie er in der Umgebung bezeichnet wurde, noch ein Naturbadesee mit Lehm- und Sandboden und mit einfachen Umkleidekabinen aus Holz. Bademeister war zu dieser Zeit noch der liebenswürdige Herr Jörg, der unzähligen Generationen kostenlos das Schwimmen beigebracht hatte.

Dann folgte die Zeit, in der man sich mit Freunden am Badeweiher verabredete und riesig stolz war alleine dorthin gehen zu dürfen. Da war das Schwimmbad dann schon modernisiert worden und der Weiher hatte jetzt einen Betonboden und es waren moderne Umkleidekabinen errichtet worden.

Ich hatte es nicht weit von unserem Haus aus. Es ging unseren Hausberg, den „Sauerberg“ hoch, auf durch die Hitze staubig gewordenen Feldwegen... durch sich in der Sonne und Wind wiegende Getreidefelder bis zum Waldrand. Dort wurde man von einer ganz eigenen, wundervollen Mischung aus Gerüchen empfangen... es roch nach warmen Waldboden... nach Kiefernholz... nach Heidekraut... Beim Eintreten in den schmalen, dunklen, verwunschenen Pfad, der hinab zum Weiher führte, wechselten die Gerüche erneut, um einem mit einem Duft aus schwerem, im Schatten der Bäume feucht gebliebenem Waldboden zu umgeben. Links und rechts des Pfades wuchsen wilde Brombeeren und Himbeeren, die einem unwiderstehlich anzogen und eine leckere Wegzehrung waren. Von weitem hörte man schon die unverwechselbaren Geräusche eines Schwimmbades... die vielfältigen Geräusche des Wassers... das Geräusch von unbändiger Freude, der im Wasser oder auf der Wiese tobenden Kinder und Jugendlichen... die mechanisch klingenden Lautsprecherdurchsagen des Bademeister... das Hintergrundgemurmel der übrigen Badegäste... es war eine wunderschöne Melodie, die einem da entgegen schlug... eine Melodie der Kindheit und der Unbeschwertheit...

Am Eingang des Schwimmbades wurde man über viele Jahre von der netten Frau Neurohr in Empfang genommen. Ausschau haltend, wo die Freunde sich nieder gelassen hatten, sog man diese einmalige Atmosphäre in sich auf. Meist traf man auf dem Weg dorthin schon die ersten Bekannten und der freundliche Bademeister Herr Frühauf, der auf Herrn Jörg folgte, kam einem entgegen oder saß auf seinem Bademeisterstuhl. Nun war man selbst eingetaucht, selbst Teil dieses Ganzen. Nachdem man seine Decke ausgebreitet hatte, stürzte man sich zur Abkühlung ins Wasser, um dort mit seinen Freunden um die Wette zu schwimmen, vom Sprungbrett zu springen oder Reiterkämpfchen im Wasser zu machen, halt Dinge die Jungs in diesem Alter brauchen um ihren ungebändigtem Übermut.. ihrer überschüssige Energie freien Lauf zu lassen. Danach lag man erschöpft, aber glücklich auf seiner Decke, unter einem Dach aus schattenspendenden Trauerweiden, durch die gedämpftes Sonnenlicht zu einem durchdrang.

Nach und nach wurde aus der Kindheit die Jugendzeit und aus den Kinderfreunden wurde eine Jugendclique, aber man war im Sommer immer noch jeden Tag am Badeweiher. Jetzt, Mitte der Siebziger mit Kassettenrekordern und den neusten Hits, lag man weit ab von den „störenden“ Erwachsenen. Ab und an wurde man von Herrn Frühauf ermahnt die Musik etwas leiser zu stellen, was er aber mit einem Augenzwinkern tat, vermutlich seine eigene Jugend und diese aufregende Zeit im Gedächtnis. Heimlich wurden jetzt die ersten Zigaretten geraucht.. die über sechzehnjährigen schmuggelten für die Jüngeren heimlich ihr erstes Bier an den Platz... man hatte das erste Mal auch Augen für das andere Geschlecht... die ersten harmlosen Liebeleien begannen... eine Zeit des Erforschens und Ausprobierens... eine Zeit zwischen Jugend und Erwachsenwerden... eine wunderschöne Zeit...

Aber auch diese Zeit konnte man leider nicht auf Ewig konservieren und so kam der nächste Übergang... der vom Jugendlichen zum jungen Erwachsenen. Jetzt war die Zeit der Lehre oder des Studiums angebrochen und die Stunden am Pfaffenwoog wurden dadurch bedingt weniger, aber man blieb ihm immer noch treu, sei es auch mal nachts, nach einem Kneipenbesuch, um heimlich im dunklen Schein des Mondlichts die Freuden des Bades zu genießen.

Die Zeit schritt weiter voran und die Kinder von einst hatten inzwischen geheiratet und eigene Kinder, denen sie nun, wie damals ihr Vater ihnen, das schwimmen beibringen wollten. Aber da tauchten die ersten Gerüchte auf, dass die benachbarte Deponie das Bad verunreinigt haben sollte. Aus den Gerüchten wurde leider bittere Wahrheit, auf der Deponie wurden über zig Jahre aller erdenklicher Müll, von Arzneimitteln bis Chemikalien abgekippt, die das Grund- und Oberflächenwasser des Tales verunreinigten. Das Bad wurde trotz massiver Proteste der Bevölkerung geschlossen, da der Stadt und dem Land, so hieß es zumindest offiziell, die finanziellen Mittel fehlten. Nach jahrelanger Sanierung und Sicherung der Deponie, wurde das Schwimmbad zurückgebaut und das Gelände renaturiert, was zwar jetzt idyllisch aussieht, aber für all jene die den „Badeweiher“, der weit über die Ortsgrenzen bekannt und beliebt war, noch kannten, kein Ersatz darstellt.

So wurden die folgenden Generationen um etwas beraubt, dass wir noch erleben durften und was ich im Rückblick niemals vermissen möchte...